… wir haben es geschafft.

22. Juli 2009 at 15:47 (Radtour)

Wir sind in Wittenberge angekommen und werden morgen mit dem Zug nach Hause fahren wie geplant. Wie kam es dazu ist die Frage, warum haben wir gestern nicht geschrieben?
All das wird der Erklärbär euch jetzt erläutern.

Für die gestrige Tour hatten wir ungefähr 140 km veranschlagt. So starteten wir in Pruchten und fuhren über Zingst und Prerow die Halbinsel Fischland – Darß über den Ostseeradweg ab.

Die Strecke verlief zunächst auf dem Landschutzdamm und ließ sich trotz des starken Windes super fahren. Um neun genehmigten wir uns in einer sehr schönen Bäckerei mit angeschlossenem Café unser Frühstück. Weiter ging es dann an der Ostseeküste entlang über das Kurbad Graal – Müritz bis nach Rostock, wo wir zu Mittag aßen. Zu diesem Zeitpunkt (12.00) hatten wir bereits 85 km hinter uns gebracht.

Das frühe Aufstehen (4.30) hatte sich also gelohnt. Unsere Geschwindigkeit motivierte uns zunächst zu neuen Höchstleistungen.
Doch schon bald merkten wir, dass die veranschlagte Strecke sich noch, nun ja, strecken würde.

Schon bei der Ausfahrt aus Rostock, verfuhren wir uns und verpassten die Beschilderung zum Berlin – Kopenhagen Radweg. Als wir dann trotz Anwohnerbeschreibung zum dritten Mal im selben Vorort Rostocks waren, schafften wir es endlich weiter zu kommen. Weiter ging es also, den Fernradweg entlang über Schwaan (wo wir uns erneut verfuhren) und Güstrow.

Desweiteren schaffte uns die bergige Strecke ungemein, denn die Steigungen zogen sich teilweiße über mehrere Kilometer. (man mag es kaum glauben, es gibt tatsächlich Berge in Mecklenburg und Brandenburg)

Unser Tag endete damit, dass wir 20 Uhr am Tagesziel Lohmen am Gardener See ankamen und die Nacht auf dem dortigen Campingplatz verbrachten. Dort gab es leider keinen Empfang, weswegen der Blogeintrag auch flachfiel.
Aus den gedachten 140 km wurden 177 km, welche uns Abends durchaus Sorgen bereiteten, wie denn der heutige Tag zu überstehen sei.

Wir wollten dennoch zeitig losfahren um die kühlen Morgenstunden abzupassen, also klingelte auch heute der Wecker um 4.30 Uhr.

Doch es ging schon gut los… Nach den Anstrengungen des gestrigen Tages schafften uns sofort nach dem Aufstehen und Losfahren extrem sandige Waldwege, welche vor allem für mich durch die Satteltaschen auf der Hinterachse zu einer nicht mehr zu kalkulierenden Gefahr aber vor allem Anstrengung wurden.

Was fast noch schlimmer war, waren die Mücken welche sich in diesen bergigen Wäldchen aufhielten. Sobald man mal wieder ausgerutscht war und im Sand nicht mehr anfahren konnte und somit gezwungen war abzusteigen, stürzten sich innerhalb weniger Sekunden unzählige Mücken auf die freiliegenden Körperstellen. Ich könnte mir vorstellen das durch diesen Wald nicht oft Menschen kommen und wir somit gefundenes Fressen für diese Biester waren. An Hasen oder anderen kleinen Warmblüter werden die wohl keinen Spaß haben, denn die hätten sie innerhalb weniger Minuten blutleer gesaugt.

Generell verlief die Tour heute eher schleppend, neben den Schmerzen in den Gelenken und Muskeln war es vor allem wieder der Wind, welcher uns am effektiven Fahren hinderte.

Doch der Tag sollte noch eine schöne Wendung nehmen. Als wir viertel zwei endlich nach 90 km in Perleberg zum Mittagessen ankamen, erkundigten wir uns in der Touristeninformation nach einer Campingmöglichkeit in Wittenberge. Die nette Dame am Schalter empfiehl uns den Campingplatz am Friedensteich im Freibad Wittenberge. Gesagt, getan. Nach einem deftigen Mittagessen beim Italiener ging es los und wir brachten dank einer netten Kindergärtnerin welche wir auf dem Weg trafen und nach demselbigen fragten die restliche Strecke von 15 km schnell hinter uns. Sie fuhr bis zum Friedensteich vor uns her und wir haben uns noch wirklich nett mit ihr unterhalten.

Jetzt sitzen wir hier in einem wahren Paradies. (Wir haben schon überlegt, ob wir denn heute auf der Strecke irgendwann beide verstorben sind) Ein kleiner See, ein Campingplatz unter Bäumen, kaum Mücken, freier Einritt ins Freibad und vor allem: so lange Duschen wie wir wollen für lau.

Und das alles für 4, 75 p.P. Wir werden wohl nachher noch Minigolf spielen. Jetzt im Moment läuft gute Musik (Kings of Leon – Use Somebody, Peter Fox – Schwarz zu blau) und wir trinken unser obligatorisches Lübzer Lemon.

Zeit für ein kleines Resumee.
650 mit dem Fahrrad gefahrene km – 150 mehr als geplant

Ein durch Kraxe geschundener Rücken

Unzählige Mückenstiche

Unzählige Sonnenstunden, weniger schöne Regenstunden

Keine Panne an einem unserer Räder

Kein Wetter um in der Ostsee zu baden

All das in 7 Tagen.

Es war schön und wird auf jeden Fall unvergessen bleiben. Es hat zwei Menschen zusammengeschweißt, die sich vorher schon sehr nahe standen und so etwas muss erstmal geschafft werden. Das Motto Spaß war zu einigen Momenten zwar stark gefährdet, wurde doch aber niemals aus den Augen verloren. Leider war es zu schnell vorbei, so wie alle schönen Dinge im Leben. Doch dafür gehts dann aufs BeFit Festival (siehe unten)

Dennoch freue ich mich auch, wieder nach Hause zu kommen und im eigenen Bett schlafen zu können.
Etwas philosophisch mag es vielleicht klingen doch diese Fahrradtour war ein wenig wie das Leben, es geht bergab und auch wieder bergauf, wobei die positive und negative Bedeutung dann wohl vertauscht werden müssen. Zudem gibt es auch an Regen und Sonne immer etwas postives, zuviel von beidem ist allerdings niemals gut ^^

Entschuldigen muss ich mich dafür dass wir die Postkarten wohl erst von zu Hause losschicken können, denn zum Karten schreiben fehlte uns einfach die Zeit (und oft auch Lust / Kraft :-D )

Wir danken denen, die uns mit Kommentaren belustigt und unterstützt haben (und denen die dank uns Wetten verlieren – schade, Paul und Wetten gewinnen – Glückwunsch Herr Frank ^^)

Ein ausführlicher Streckenplan kommt morgen, auch werde ich morgen die restlichen Fotos hochladen.

Jetzt folgen noch ein paar Abschlussworte aus Marcis Sicht: ^^

So. Dann wil ich mich auch nochmal zu Wort melden. Insgesamt war der Trip eine Bereicherung an Spaß, Sport und Schmerzen ^^.
Aber ich denke, dass ist eine Sache, die man mal gemacht haben sollte. Selbst wenn das Wetter immer so zeimlich gegen uns gespielt hat: Saßen wir auf dem Rad war es zu warm und windig oder es regnete, waren wir am Wasser war es zu kalt und bewölkt und so weiter.
Mit dem Ben war es auf jeden Fall sehr sehr lustig, wusst ich aber vorher schon, dass es das wird. Ich habe, glaube ich, noch nie so viel geflucht und gelacht zur selben Zeit.
Ich danke dem Ben vor allem für die letzten drei Tage, denn da hat er die kompletten Finanzen für uns beiden übernommen. Naja, aber ich bin halt so arm… ^^
Dennoch hat trotz der Schmerzen, Muskelkater und fiesen Rückenverletzungen einfach nur einen Riesen-Gaudi gemacht.
Wir hatten ja vor unter dem Motto: “Spaß!” hochzufahren und das war es auf jeden Fall. Keine Unfälle oder schwerwiegenden Pannen, keine Brüche und vor allem es hat keiner geweint. Manchmal hat die Klampfe gefehlt und auf dem Rad fallen einem so manche gute Songtexte ein, hab ich abends dann auch immer sofort aufgeschrieben.
Und: Schon krass, was wir zwei Lullis aushalten.
Somit, keep on rocking, und nachmachen.

Ich kann an dieser Stelle nur nochmal Werbung für das BeFit Festival am kommenden Wochenende in Erfurt machen. Dort gibt es ein hochkarätiges LineUp für wenig Geld an zwei Tagen (Freitag und Samstag).

Infos gibt es unter www.befit-festival.de
Es lohnt sich und ich bin auf jeden Fall am Start.
Wer nicht kommen kann (wer kommen will sollte es auf jeden Fall) kann dann hier ab Montag die Berichte von dort lesen, und am Ende dann meine Geschichten vom Haltestelle Woodstock Festival in Kostryzn (Polen).

Danke fürs Lesen dieses Blogs für die Zeit, ihr könnt gerne damit fortfahren, von Zeit zu Zeit werdet ihr hier literarische Ergüsse meinerseits finden, sowie Berichte von diversen Konzerten und Festivals.

Wir hoffen auch ihr hattet euren Spaß beim Lesen der Berichte.

Euer Ben, und vor allem euer Marci :-*
-music is the love-

Den Soundtrack zur Tour lieferten uns vor allem die Monsters of Liedermaching, welche uns so manchen kalten oder regnerischen Abend sehr versüßten.

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