Zu Bundeswehrjugendoffizieren an unserer Schule.

23. Februar 2010 at 11:33 (Antimilitarismus)

Werte Schulleitung, werte Schülervertretung, wie ich heute erfahren habe, wird in der Aula bald wieder ein Jugendoffizier der Bundeswehr zur Afghanistanproblematik referieren. Ich empfinde es an dieser Stelle notwendig meinen Unmut über die Durchführung einer solchen Veranstaltung zu erläutern.

Die Erfahrungen der letzten beiden Vorträge haben gezeigt, dass diese von Seiten des Referierenden weniger dazu gedacht sind die Schüler objektiv über internationale Politik und deren Krisen zu informieren, als das Vorgehen der Bundeswehr im Ausland zu rechtfertigen und zu glorifizieren. Auch die aufkommenden Diskussionen, welche durch kritische Stimmen anklangen, wurden durch scheinheilige Argumente schnell zum Erliegen gebracht.

Ein weiteres Argument gegen diese Veranstaltungen ist der Fakt, dass die Parteienwerbung an Schulen per Schulgesetz untersagt ist. Die Bundeswehr ist mitnichten eine unpolitische Institution, denn sie unterliegt per se immer der Meinung der aktuell regierungsbildenden Parteien. Dies erschließt sich bereits aus der Informationsbroschüre „Jugendoffizier“ des Bundesministeriums der Verteidigung. In dieser wird Folgendes definiert: „Aufgabe der Jugendoffiziere ist es, einen Beitrag zur Erhaltung und Festigung des Grundkonsens über die Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands zu leisten“. Die Zielstellung der Jugendoffiziere ist es also nicht über den Afghanistaneinsatz zu informieren und die Kritik- und Urteilsfähigkeit der Schüler zu stärken, sondern klarzustellen wie richtig, notwendig und unterstützenswert sie doch sei. Die Bereitstellung der Schulaula für eine solche Veranstaltung ist somit in jedem Fall fragwürdig. Um einer Einseitigkeit der Informationsvermittlung entgegen zu wirken, könnte man zusätzlich zum Jugendoffizier der Bundeswehr einen Vertreter der Oppositionsparteien einladen und somit eine objektive und gewinnbringende Diskussion gewährleisten. Ich bin mir darüber im Klaren, dass dies per Schulgesetz verboten ist, weshalb sich mir jedoch die Frage stellt, woraus sich die Legitimation für eine Veranstaltung der Bundeswehr ableitet.

Meiner Meinung nach sollte die Schulleitung die Entscheidung für eine solche Veranstaltung nicht über die Köpfe der Schülervertretung hinweg treffen, denn es sind die Schüler welche an diesem Gymnasium eine humanistische Bildung erhalten und somit Alternativen für Konfliktlösungen abseits einer militärischen Offensive aufgezeigt bekommen sollen. Diese Art von Veranstaltung zeigt aber den militärischen Einsatz als einzige Möglichkeit auf, und besteht im Inhalt nur darin diesen zu rechtfertigen.

Bei der Veranstaltung zum gleichen Thema vor zwei Jahren musste der Anwesende Offizier (unfreiwillig) zugeben, dass der Einsatz in Afghanistan unweigerlich zu der Errichtung einer neuen Diktatur in Afghanistan führe, verteidigte den militärischen Einsatz aber dennoch. Wieso soll also der bloßen Rechtfertigung des Einsatzes an unserer Schule eine Plattform geboten werden, wenn der inhumane Charakter nach Außen offen erkennbar ist?

Reicht es denn nicht, dass durch ausliegende Zeitschriften immer wieder Werbung für die Bundeswehr gemacht wird und sogar im neuen Schaukasten Werbung für eben jene Institution offen in der Schule aushängt? Ich bin mir sicher, dass es genügend andere Sponsoren gäbe welche die Schule unterstützen und somit zumindest eine Alternative zum fragwürdigen Partner „Bundeswehr“ bieten würden.

Von der Öffentlichkeit wenig beachtet ist zudem der Korpsgeist welcher in der Bundeswehr immer noch sehr stark ausgeprägt ist und zu Unterdrückung der Einzelmeinung führt, wenn man eine Karriere in der Bundeswehr beginnt. Brutale und menschenunwürdige „Aufnahmerituale“ blieben jahrelang unentdeckt und sind auch jetzt noch an der Tagesordnung, ohne dass die Justiz entsprechend handelt. Umso sensibler sollte mit der Werbung für eine Karriere in der Bundeswehr, die doch nach Außen bis heute ein Saubermannimage wahren will, und kritische Reflexion der Missstände vermeidet, umgegangen werden. Durch gute Aufstiegschancen und attraktive Ausbildungsangebote werden vor allem Menschen angesprochen welche in der alltäglichen Arbeitswelt weniger Chancen haben würden oder aus sozial benachteiligten Familien stammen. Diese gezielte Köderung auch mit kostenlosen Studienplätzen führt zu einer langjährigen Verpflichtung, Unterordnung und Abhängigkeit. Kritik am Vorgehen der Bundeswehr wird im Dienst nicht selten mit Disziplinarstrafen geahndet. Einmal verpflichtet, hat Mensch keine Chance mehr zu „entkommen“. Wer sich dies vor Augen führt und das Auftreten de Jugendoffiziers in unserer Aula und Bundeswehrwerbung in der Schule toleriert, toleriert auch die eben beschriebenen Missstände.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, aber ich hoffe, dass Sie meine Bedenken nachvollziehen können. Nicht jeder Schüler interessiert sich für die Geschehnisse in der Politik, weshalb es ihnen möglicherweise an nötigem Hintergrundwissen mangelt. Meine Angst besteht deshalb darin, dass die Meinungsbildung einiger Schüler in diesem Bereich somit durch die gezielte Dialektik eines Bundeswehroffiziers leicht ins Wanken gebracht werden kann. So werden die Jugendoffiziere an der Bundeswehrakademie für Information und Kommunikation, welche in direkter Tradition des Amtes für Psychologische Kriegsführung steht, ausgebildet. Hier lernen sie wie rhetorische Mittel angewendet werden können um militärische Einsätze überzeugend als „ Friedensdienst“ zu propagieren. Ich bitte Sie nur darüber nachzudenken, ob Sie Ihre Schüler, die vielleicht nicht alle in der Lage sind zu erkennen, was wirklich dahinter steckt, diesem Versuch der Einflussnahme aussetzen wollen.

Ich verbleibe mit den Worten Kurt Tucholskys:

„Soldaten sind Mörder“

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Geocaching mit den Blackberry Storm

26. Dezember 2009 at 10:05 (Blackberry, Geocaching)

Begonnen habe ich mit dem Geocaching ja eigentlich nur weil ich mein Blackberry Storm bekommen habe und dann im Internet eher zufällig bei der Suche nach Navigationssoftware auf das Thema Geocaching gestoßen bin.

Meinen ersten Cache (GC1GDJE) habe ich dann mit Hilfe des kleinen Programmes GPSLogger gefunden. Dieses wird hier gratis angeboten.

Vorteile sind bei diesem Programm vor allem das es kostenlos ist. Ein interessantes Feature ist auch die grafische Trackaufzeichnung und die 2D Darstellung der Route sowie die Trackback Funktion.

Dennoch ist das Programm eben sehr einfach gehalten. So kann man zwar GPX Dateien importieren aber dabei fehlen dann die Cachebeschreibungen und somit ist GPSLogger zum Paperless Cachen nicht geeignet, für den kleinen Tradi zwischendurch aber durchaus schön zumal es sich noch in der Entwicklung befindet.

Das Programm welches ich inzwischen hauptsächlich für das Cachen mit dem Blackberry nutze ist Cacheberry.

Dieses gibt es in einer kostenlosen 30 Tage Testversion und muss danach für 14.95 $ erworben werden. Dieses Geld ist es meiner Meinung nach wert. Nach dem Import von GPX Dateien zeigt Cacheberry T und D Wertung, die letzten Logeinträge und auch die gesamte Cachebeschreibung an. Auch die Additional Waypoints wie Parkkoordinaten oder Wegpunkte bei Multis werden angezeigt und können angewählt werden.

Sollte dennoch mal etwas unklar sein kann man immernoch das Online – Listing des Caches besuchen oder sich den Cache bei Blackberry oder GoogleMaps anzeigen lassen.

Ein weiteres Feature ist die Anzeige der im Cache befindlichen Trackables.

Auch beim Suchen selbst ist Cacheberry recht hübsch und funktionell. Man kann zwischen der Compass Anzeige (Richtungspfeil in Richtung des Caches) oder der Radar Anzeige (Position im Verhältnis zum Cache) wechseln. Die Genauigkeit ist bei guten Verhältnissen ok.

Weiterhin kann man sich die Hints anzeigen lassen, sich Notizen zu den einzelnen Caches erstellen und die Behältergröße einsehen.

Alles in allem ist Cacheberry sowohl als Standalone  zum Paperless cachen als auch als Ergänzung zum Garmin GPS eine sehr empfehlenswerte Variante. Ich persönlich nutze es für den schnellen Cache zwischendurch, gerade bei urbanen Caches fällt eben das Blackberry weniger auf als ein GPS. Auch wenn bei der Suche mal was unklar ist kann man schnell mal einen Blick auf die Hints werfen oder die letzten Logs lesen.

Bis zum nächsten Mal.

sthinbetween90

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… neues Thema: Geocaching!

25. Dezember 2009 at 20:34 (Geocaching)

Hier ist ja auch lange nichts mehr passiert … Ich hatte auch lange kein Thema mehr das es wert war niederzuschreiben.
Doch ein neues Hobby hat sich in mein Leben geschlichen: Das Geocachen.
Profan gesagt, Tupperdosen suchen mit GPS, genauer gesagt: ein wirklich schönes Hobby wenn man gern draußen ist, neue und schöne Plätze kennenlernen will und ein bisschen Abenteuerlust mitbringt.

Anlass für diesen Eintrag ist ein Gewinnspiel im Veolore Blog, der sich auch mit dem Thema Geocaching beschäftigt. hier gehts zu Veolore…

Gewinnen kann man hier wirklich schöne Geocoins.
Da es bis zur nächsten Radtour noch ein kleines Stückchen hin ist, werde ich ab sofort und regelmäßig die schönsten Cachetouren für alle die es lesen wollen hier auswerten.

Seit August cache ich nun regelmäßig und habe bisher 63 Caches gefunden, einige Highlights waren bisher schon dabei , allen voran der Nachtcache „Auf Patrouille“ welchen ich im Alleingang erledigt habe und welcher mich sehr beeindruckt hat.

Auch der Cache „Trau dich ‚Auf den Pott'“ stellte für mich eine interessante Erfahrung dar.

Nähere Berichte folgen bald… morgen gehts erstmal zu einem schönen Lost Place …

Allen noch einen besinnlichen Feiertag und einen guten Rutsch.

sthinbetween90

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… let it be(fit)

8. August 2009 at 16:23 (Music)

… es ist ein bisschen Zeit vergangen seit ich das letzte Mal gebloggt habe, natürlich ist seitdem eine Menge passiert.
Der erste Artikel heute handelt zunächst vom BeFit Festival in Erfurt.

Nach der Ostseeradtour machte ich mich also am 25. Juli mit meiner Schwester und Freunden aus Hamburg auf zu dem Festival, dessen LineUp mir so zusagte.

Dort angekommen waren wir zunächst ein wenig baff. Es waren wirklich wenig leute auf dem Zeltplatz und auch auf dem Festivalgelände war noch nicht besonders viel los. Wir dachten uns, dass es daran liegt, das wir schon so zeitig da waren aber auch bis zu den ersten Bands füllte sich der Platz nicht wirklich.

Also erstmal Zelte aufbauen. Glücklicherweise waren wir mit den ersten beiden Zelten gerade fertig als der erste Regenguss begann. Mhhm. Beginnt ja gut dieses Festival dachte ich mir. Auch sah es leider nicht so aus als wöllte das Wetter noch besser werden.

Dennoch kam zur ersten Band, Chocolate Box, kurz die Sonne raus. Wir machten uns also auf zum Festivalgelände, welches schönerweise direkt am Campingplatz lag. Dort fanden sich dann vor der Bühne ungefähr 20 Leute ein, welche aber offensichtlich Lust auf Tanzen hatten, denn gute Stimmung war. Diese wurde dann aber leider gleich darauf von einem weiteren Regenguss zerschlagen.

Weiter ging es dann nach einem kurzen Essen im Auto nachdem es draußen weiter regnete mit den Killerpilzen. Viel Gelaber, viel Arroganz und wenig gute Musik, aber trotz Allem ein wenig Spaß mit Leuten über Möchtegernbravorocker und deren weibliche Fans zu lästern.

Ein voller Erfolg waren Beats of Loner welche kurz darauf im Zelt spielten. Wirklich schöne Musik um die Sau rauszulassen und vor allem dem Ärger über das schlechte Wetter und die geringe Zahl der Anwesenden Menschen in Tanz Ausdruck zu verleihen.

Chapeau Claque boten eine sehr sehr gute Show, auch wenn sie musikalisch leider nicht besonders auf meiner Wellenlänge waren.

Mein Highlight des Tages waren auf jeden Fall Ghost of Tom Joad. Schon auf Platte genial, beeindruckten sie mich auf der Bühne umso mehr. Die Folge waren schlammige strohbedeckte Beine und viele Belustigte Blicke, da wir uns vom Wetter nicht die Stimmung vermiesen ließen und dabei mehrmals im Schlamm landeten.

Auch ein wirklich anspruchsvoller Akt waren Freakatronic im Zelt. Wunderbare Indietronica, geniale Bühnenshow und wirklich gute Stimmung ließen den Schlamm an den Beinen schnell trocknen.

Zum Abschluss des Abends tat ich mir dann noch K.I.Z. an, welche ich aber schnell wieder verließ, da es, naja, wie soll ich sagen, alles andere als gut war.

Nach einer Nacht im Auto, welche wieder total verregnet war, sehr zum Leidwesen der im Zelt Schlafenden, begann der Tag um 15 Uhr mit Mary Jane. Gute Musik zum warm werden, allerdings nichts Besonderes.

Überzeugt haben mich hingegen an diesem Tag Black Tequila (vor allem mit ihrer Coverversion von „Poker Face“), Click Click Decker und Olli Schulz (Auch wenn dieser für meine Begriffe viel zu viel gelabert hat)

:_)
Bei der sportlichen Betätigung ^^

Auch Dùné und Sugarplum Fairy waren nicht schlecht, allerdings nicht mein Fall.

Da ich noch nach Hause fahren musste, legte ich mich zu meinem Leidwesen vor den DONOTS schlafen und verschlief leider dere Auftritt, sowie Juri Gagarin (mit Gastauftritt von Bratze) und Götz Widmann (AAAAARGH!)

Zusammenfassend lässt sich in jedem Fall sagen dass es für mich und Freunde ein gelungenes Festival war. Trotz schlechten Wetters, trotz weniger Besucher war die Stimmung immer gut.

Leid tun mir auf jeden Fall die Bands, welche vor so wenigen Zuschauern spielten und die Veranstalter, da das Gelände für weit mehr Zuschauer gereicht hätte.
Doch jedes Festival hat einmal klein begonnen.
Deswegen: Lasst es nicht hängen versucht es nächstes Jahr wieder! Ich werde auf jeden Fall da sein, denn die Atmosphäre war spitze.


kaputte Menschen …

Rock on!

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… ODER doch nicht?

23. Juli 2009 at 17:12 (Uncategorized)

… ich weiß nicht wieso, doch heute im Zug überkam mich neben der Wehmütigkeit dass der Trip schon vorbei ist die Lust, einfach weiterzufahren.
„Nun gut, das BeFit Festival nehm ich auf jeden Fall mit, Sonntag geh ich nochmal arbeiten, aber was mach ich denn nun nächste Woche?“ dachte ich so bei mir…
Da Freitag erst das Haltestelle Woodstock Festival in Küstrin losgeht, habe ich mich also entschlossen die Quälerei auf zwei Rädern noch ein wenig auszudehnen.

Ich werde Montag morgen mit dem Zug nach Dresden fahren, um dann von dort aus über Görlitz und den Oder – Neisse Radweg direkt nach Küstrin zu fahren. Dabei werden ich jeden Tag um die 120 km hinter mich bringen.
Sollte jemand Lust haben mich zu begleiten, sagt Bescheid, sonst fahr ich auch alleine.

Liebe Grüße, Ben

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… wir haben es geschafft.

22. Juli 2009 at 15:47 (Radtour)

Wir sind in Wittenberge angekommen und werden morgen mit dem Zug nach Hause fahren wie geplant. Wie kam es dazu ist die Frage, warum haben wir gestern nicht geschrieben?
All das wird der Erklärbär euch jetzt erläutern.

Für die gestrige Tour hatten wir ungefähr 140 km veranschlagt. So starteten wir in Pruchten und fuhren über Zingst und Prerow die Halbinsel Fischland – Darß über den Ostseeradweg ab.

Die Strecke verlief zunächst auf dem Landschutzdamm und ließ sich trotz des starken Windes super fahren. Um neun genehmigten wir uns in einer sehr schönen Bäckerei mit angeschlossenem Café unser Frühstück. Weiter ging es dann an der Ostseeküste entlang über das Kurbad Graal – Müritz bis nach Rostock, wo wir zu Mittag aßen. Zu diesem Zeitpunkt (12.00) hatten wir bereits 85 km hinter uns gebracht.

Das frühe Aufstehen (4.30) hatte sich also gelohnt. Unsere Geschwindigkeit motivierte uns zunächst zu neuen Höchstleistungen.
Doch schon bald merkten wir, dass die veranschlagte Strecke sich noch, nun ja, strecken würde.

Schon bei der Ausfahrt aus Rostock, verfuhren wir uns und verpassten die Beschilderung zum Berlin – Kopenhagen Radweg. Als wir dann trotz Anwohnerbeschreibung zum dritten Mal im selben Vorort Rostocks waren, schafften wir es endlich weiter zu kommen. Weiter ging es also, den Fernradweg entlang über Schwaan (wo wir uns erneut verfuhren) und Güstrow.

Desweiteren schaffte uns die bergige Strecke ungemein, denn die Steigungen zogen sich teilweiße über mehrere Kilometer. (man mag es kaum glauben, es gibt tatsächlich Berge in Mecklenburg und Brandenburg)

Unser Tag endete damit, dass wir 20 Uhr am Tagesziel Lohmen am Gardener See ankamen und die Nacht auf dem dortigen Campingplatz verbrachten. Dort gab es leider keinen Empfang, weswegen der Blogeintrag auch flachfiel.
Aus den gedachten 140 km wurden 177 km, welche uns Abends durchaus Sorgen bereiteten, wie denn der heutige Tag zu überstehen sei.

Wir wollten dennoch zeitig losfahren um die kühlen Morgenstunden abzupassen, also klingelte auch heute der Wecker um 4.30 Uhr.

Doch es ging schon gut los… Nach den Anstrengungen des gestrigen Tages schafften uns sofort nach dem Aufstehen und Losfahren extrem sandige Waldwege, welche vor allem für mich durch die Satteltaschen auf der Hinterachse zu einer nicht mehr zu kalkulierenden Gefahr aber vor allem Anstrengung wurden.

Was fast noch schlimmer war, waren die Mücken welche sich in diesen bergigen Wäldchen aufhielten. Sobald man mal wieder ausgerutscht war und im Sand nicht mehr anfahren konnte und somit gezwungen war abzusteigen, stürzten sich innerhalb weniger Sekunden unzählige Mücken auf die freiliegenden Körperstellen. Ich könnte mir vorstellen das durch diesen Wald nicht oft Menschen kommen und wir somit gefundenes Fressen für diese Biester waren. An Hasen oder anderen kleinen Warmblüter werden die wohl keinen Spaß haben, denn die hätten sie innerhalb weniger Minuten blutleer gesaugt.

Generell verlief die Tour heute eher schleppend, neben den Schmerzen in den Gelenken und Muskeln war es vor allem wieder der Wind, welcher uns am effektiven Fahren hinderte.

Doch der Tag sollte noch eine schöne Wendung nehmen. Als wir viertel zwei endlich nach 90 km in Perleberg zum Mittagessen ankamen, erkundigten wir uns in der Touristeninformation nach einer Campingmöglichkeit in Wittenberge. Die nette Dame am Schalter empfiehl uns den Campingplatz am Friedensteich im Freibad Wittenberge. Gesagt, getan. Nach einem deftigen Mittagessen beim Italiener ging es los und wir brachten dank einer netten Kindergärtnerin welche wir auf dem Weg trafen und nach demselbigen fragten die restliche Strecke von 15 km schnell hinter uns. Sie fuhr bis zum Friedensteich vor uns her und wir haben uns noch wirklich nett mit ihr unterhalten.

Jetzt sitzen wir hier in einem wahren Paradies. (Wir haben schon überlegt, ob wir denn heute auf der Strecke irgendwann beide verstorben sind) Ein kleiner See, ein Campingplatz unter Bäumen, kaum Mücken, freier Einritt ins Freibad und vor allem: so lange Duschen wie wir wollen für lau.

Und das alles für 4, 75 p.P. Wir werden wohl nachher noch Minigolf spielen. Jetzt im Moment läuft gute Musik (Kings of Leon – Use Somebody, Peter Fox – Schwarz zu blau) und wir trinken unser obligatorisches Lübzer Lemon.

Zeit für ein kleines Resumee.
650 mit dem Fahrrad gefahrene km – 150 mehr als geplant

Ein durch Kraxe geschundener Rücken

Unzählige Mückenstiche

Unzählige Sonnenstunden, weniger schöne Regenstunden

Keine Panne an einem unserer Räder

Kein Wetter um in der Ostsee zu baden

All das in 7 Tagen.

Es war schön und wird auf jeden Fall unvergessen bleiben. Es hat zwei Menschen zusammengeschweißt, die sich vorher schon sehr nahe standen und so etwas muss erstmal geschafft werden. Das Motto Spaß war zu einigen Momenten zwar stark gefährdet, wurde doch aber niemals aus den Augen verloren. Leider war es zu schnell vorbei, so wie alle schönen Dinge im Leben. Doch dafür gehts dann aufs BeFit Festival (siehe unten)

Dennoch freue ich mich auch, wieder nach Hause zu kommen und im eigenen Bett schlafen zu können.
Etwas philosophisch mag es vielleicht klingen doch diese Fahrradtour war ein wenig wie das Leben, es geht bergab und auch wieder bergauf, wobei die positive und negative Bedeutung dann wohl vertauscht werden müssen. Zudem gibt es auch an Regen und Sonne immer etwas postives, zuviel von beidem ist allerdings niemals gut ^^

Entschuldigen muss ich mich dafür dass wir die Postkarten wohl erst von zu Hause losschicken können, denn zum Karten schreiben fehlte uns einfach die Zeit (und oft auch Lust / Kraft :-D)

Wir danken denen, die uns mit Kommentaren belustigt und unterstützt haben (und denen die dank uns Wetten verlieren – schade, Paul und Wetten gewinnen – Glückwunsch Herr Frank ^^)

Ein ausführlicher Streckenplan kommt morgen, auch werde ich morgen die restlichen Fotos hochladen.

Jetzt folgen noch ein paar Abschlussworte aus Marcis Sicht: ^^

So. Dann wil ich mich auch nochmal zu Wort melden. Insgesamt war der Trip eine Bereicherung an Spaß, Sport und Schmerzen ^^.
Aber ich denke, dass ist eine Sache, die man mal gemacht haben sollte. Selbst wenn das Wetter immer so zeimlich gegen uns gespielt hat: Saßen wir auf dem Rad war es zu warm und windig oder es regnete, waren wir am Wasser war es zu kalt und bewölkt und so weiter.
Mit dem Ben war es auf jeden Fall sehr sehr lustig, wusst ich aber vorher schon, dass es das wird. Ich habe, glaube ich, noch nie so viel geflucht und gelacht zur selben Zeit.
Ich danke dem Ben vor allem für die letzten drei Tage, denn da hat er die kompletten Finanzen für uns beiden übernommen. Naja, aber ich bin halt so arm… ^^
Dennoch hat trotz der Schmerzen, Muskelkater und fiesen Rückenverletzungen einfach nur einen Riesen-Gaudi gemacht.
Wir hatten ja vor unter dem Motto: „Spaß!“ hochzufahren und das war es auf jeden Fall. Keine Unfälle oder schwerwiegenden Pannen, keine Brüche und vor allem es hat keiner geweint. Manchmal hat die Klampfe gefehlt und auf dem Rad fallen einem so manche gute Songtexte ein, hab ich abends dann auch immer sofort aufgeschrieben.
Und: Schon krass, was wir zwei Lullis aushalten.
Somit, keep on rocking, und nachmachen.

Ich kann an dieser Stelle nur nochmal Werbung für das BeFit Festival am kommenden Wochenende in Erfurt machen. Dort gibt es ein hochkarätiges LineUp für wenig Geld an zwei Tagen (Freitag und Samstag).

Infos gibt es unter http://www.befit-festival.de
Es lohnt sich und ich bin auf jeden Fall am Start.
Wer nicht kommen kann (wer kommen will sollte es auf jeden Fall) kann dann hier ab Montag die Berichte von dort lesen, und am Ende dann meine Geschichten vom Haltestelle Woodstock Festival in Kostryzn (Polen).

Danke fürs Lesen dieses Blogs für die Zeit, ihr könnt gerne damit fortfahren, von Zeit zu Zeit werdet ihr hier literarische Ergüsse meinerseits finden, sowie Berichte von diversen Konzerten und Festivals.

Wir hoffen auch ihr hattet euren Spaß beim Lesen der Berichte.

Euer Ben, und vor allem euer Marci :-*
-music is the love-

Den Soundtrack zur Tour lieferten uns vor allem die Monsters of Liedermaching, welche uns so manchen kalten oder regnerischen Abend sehr versüßten.

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Der letzte Tag Urlaub…

20. Juli 2009 at 13:11 (Radtour)

So. Wie ihr sicher gemerkt habt, gab es gestern Abend keinen Blog mehr, da wir erst sehr spät aus Zingst zurück kamen. Das heißt wir sind im Dunkeln die 8km heim. Das witzige wir hatten Lichter, nur leider nicht mit, außer Bens Rücklichtlampe, die er auf steter Epileptiker-Funktion eingestellt hatte. Also ging es halt so zurück ins Camp. Etwa ein Drittel der Strecke besteht aus Wald, dementsprechend war es angenehm „hell“ beleuchtet. Irgendwo auf dem Weg lag auch ein umgestürzter Baum, den wir beide erstmal ordentlich mitgenommen haben, aber es gab keinerlei Verletzungen.

Der restliche Tag verlief in etwa nach dem Prinzip mit dem Fahrrad nach Zingst nach dem Mittag, angekommen: erstmal ein Fischbrötchen, dann das alltägliche Radler. Dann gab es das obligatorische Eis für Ben und es ging zum Strand.
Als wir uns dann bereit für das Sonnen gelegt hatten, kamen Wolken über Wolken und es windete einem fast das Toupet vom Kopf. Ben wollte sich trotzdem im Sand verbuddeln lassen. Gewollt. Getan.
Wind. Wind. Sturm.
Also wieder anziehen und dann hatten wir erstmal eine Menge geschafft ^^ und gingen ein Fischbrötchen essen. Danach saßen wir in unseren Windbreakern zwei Stunden auf der Wasserbrücke und ließen uns die Scheitel zerstören und versuchten eine Videobotschaft für euch zu erstellen, doch der Wind vernichtete das mit einem ständigen Knarren und Knacksen.
Es war also ein recht windiger und wolkiger Tag. Nach zwei Stunden rumsitzen und vergeblich nach schönen Frauen Ausschauhalten wechselten wir die Sitzbank. Soll heißen wir gingen erstmal ein Radler trinken und ein Fischbrötchen essen. Es gab ein Eis. Wir liefen dann einmal die Strandstraße, die gleichzeitig auch Hauptstraße ist, hoch und runter. Ist eigentlich auch die interessanteste und auch nur die, wo Leute zu sehen sind. Ansonsten ist es ziemlich leer. Aber in drei Straßen befinden sich 200.000 Touristen.

Nach längerer Zeit gab es nochmal Fischbrötchen und Eis, sehr zum Vorteil von Bens leichter Laktoseallergie.

Nun hatten wir kein Geld mehr. Doch am Abend trafen wir nochmals die Luise, die uns erstmal zeigte, wo eine Sparkasse ist.
Ach, ja, da soll nochmal einer sagen Geld mache nicht glücklich. Als wir es hatten, mussten wir erstmal ein Eis essen gehen. ^^
Danach ging es zurück.
Wege erscheinen einem viel länger ohne Licht und Winde wirken wie Orkane.

Aber jetzt haben wir unseren letzten Tag.
Dieser fing sonnig an und als wir beim Frühstück saßen, begann es zu regnen.
Der ganze Tag bisher, konnte sich noch nicht entscheiden, ob es regnen oder einfach nur bewölkt sein soll.
Wir entschieden Riesen-Schach zu spielen. Was soll man sagen? Ben verlor zweimal.
Jetzt gibt es gleich Mittag und dann werden wir einfach mal nach Zingst radeln und schauen, was dort so passiert.

Liebe Grüße… euer Marci !

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Der Sonntag…

19. Juli 2009 at 08:29 (Radtour)

… beginnt standesgemäß mit einem Frühstücksei … sitzen 15 m vom Zelt weg zwischen Stromkasten und Wasseranschluss… trinken gemütlich einen Darjeeling Schwarztee und sind ein wenig enttäuscht vom Wetter… unsere Hoffnung auf längere Duschzeiten fürs Geld wurde auch enttäuscht denn jetzt kosten 4 Minuten Duschen schon einen Euro 😦

Naja… es sind leider nur um die 23 Grad, recht kalter Wind und die Sonne versteckt sich hinter einen endlos scheinenden Schicht aus Wolken…

ABER: Wir lassen uns den Tag doch nicht verderben, fahren trotzdem nach dem UKD (ultrakurzduschen) hoch nach Zingst und schauen und das Touristennest mal an… und wirklich , es war ungewohnt gestern nach 4 Tagen Einöde Sachsen – Anhalts, Brandenburgs und Mecklenburg – Vorpommerns wieder so viele Leute anzutreffen. Ich persönlich empfand es als unangenehm… man konnte kaum treten und Fahrrad fahren gleich gar nicht …
Ich bin dafür dass es heute noch wärmer wird… denn: ich will mich heute noch vom Marci in den Sand einbuddeln lassen … ^^

Wenn es denn klappen sollte gibt es natürlich Fotos für euch … 😀
… bevor wir losfahren gibt es heute noch den guten Erasco Hühnernudeltopf den ich schon seit Fahrtantritt mit mir rumschleppe …

so ihr hübschen – baibai

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… ganz im Norden !

18. Juli 2009 at 21:00 (Radtour, Uncategorized)

Sind also heute doch noch nach Zingst gefahren, gleich mal die Seebrücke langgelaufen und somit heute auch beim nördlichsten Punkt unserer Reise angekommen. Haben dort „rein zufällig“ noch Luise getroffen.
Fazit: Die Laune hat ihren Höhepunkt erreicht, das Eis an der Ostsee ist auch nicht leckerer als unseres, der Eisbäreiseisbär ist auch hier kaputt aber mit den Füßen durch Ostseewasser plantschen (bzw. „am Strand langwandern bis uns das Wasser der Wellen an die Waden platscht“ wie Marci so schön gesagt hat) kann man eben nur an der Ostsee.

Für morgen ist auf jeden Fall ein Strandtag geplant, die Leute hier sagen ja, das wenn man Hiddensee von hier aus sieht sich das Wetter ändern wird, also müsste es morgen schön werden, allerdings hatten wir auch Abendrot 😀

Ich habe gehört wir sind im Gespräch ? Gut so … ^^
Denn je mehr Leute Wetten auf unser Versagen / Nicht – Versagen abschließen (obwohl wir dank nie aufgestellter Regeln nicht versagen können) schauen hier auf dem Blog wenigstens ab und an ein paar Leute vorbei. Allein ist es hier sonst immer so einsam.

Achja, falls irgendeine selbst ernannte Sexismus / Feminismus Beauftragte gerade zuschaut (Schäubles Frau?), die Waschmaschinen und Trockner stehen hier AUSSCHLIESSLICH in den Sanitärtrakten der Frauen, was ich sehr ungerecht finde, da Marci und ich uns jetzt die ganze Zeit schief angucken lassen mussten als wir auf den Waschmaschinen gesessen und geredet haben, während wir auf unsere trockene, frische, wohlriechende Wäsche warteten.

Mit einem schönen Meeresblick – Foto sagen wir euch gute Nacht !

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… endlich Sonne…

18. Juli 2009 at 15:43 (Radtour)

… jetzt gerade bricht die Sonne durch und wir brechen auf nach Zingst. Uns nen schönen Tag machen ^^

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